Aus "Bildvagabunden: Marmor und Nebel"

"Stehen bleiben!", donnerte die barsche Stimme hinter ihr, aber der Zauber war gebrochen. Sie musste weg von ihm, von Ryu!

 

Sie rannten an der der miteinander kämpfenden Lindwürmer vorbei um eine Ecke. Da, eine Flügeltür nach draußen! Peregrine fummelte an den Griffen, zog die Tür auf und schlüpfte hinaus. Caro folgte ihm, drehte sich um. Ryu war auf wenige Armlängen herangekommen. Seine Gesichtszüge spiegelten wütende Entschlossenheit wider. In seinen Augen glühte es rot. Sie knallte ihm die Tür vor der Nase zu. Noch als sie die Treppe hinunterjagte, hörte sie, wie er frustriert aufbrüllte und an der Tür rüttelte. 

Foto: Anna Matyszczak (depositphotos.com)

Aus "Unvergängliches Blut"

Sie saßen am Ufer des Baches, dort, wo der Wald in die Grasländer überging, mit dem Hügel, auf dem die Siedlung im Schutz uralter Eichen lag, im Rücken. Die endlose Abfolge von Steppen und Hügeln vor ihnen verschwamm im Dunst der Ferne, durchbrochen von Mooren, Seen und mäandernden Flüssen. Meile um Meile gab es nichts als im scharfen Wind wogende Gräser, Schilf und Sträucher, die gerade einmal kniehoch wuchsen. Im Frühjahr präsentierten sich die Grasländer in schillernden Grün- und Blautönen, doch jetzt, im späten Sommer, lagen sie ausgedörrt und braun da.

Foto: Privat.

Aus "Unvergängliches Blut - Die Erben"

Tyr lag auf steilen Felsklippen hoch über den Tälern des Qanicengebirges und wurde überragt von schneebedeckten Gipfeln. An regnerischen Tagen verschlangen graue Wolken die Burg. Der Hof, in dem neben dem Kampfplatz die Gärten und der Brunnen lagen, war von der Halle mit den daran anschließenden Wohngemächern, dem Haus des Bundes der Ewigen, Wirtschaftsgebäuden, Ställen, Scheunen und Werkstätten umgeben. Um all dies zog sich die aus dem schwarzen Stein des Gebirges erbaute Mauer mit den wuchtigen Wehrtürmen, die den Wachen einen ungehinderten Ausblick in die Ferne erlaubten.

Foto: Zacarias Pereira da Mata (depositphotos.com).

Aus "Rodica"

In all der Zeit, diesen dreizehn Wintern, seit sie von Maksim hierher gebracht worden war, hatte sie die Festung nicht verlassen. Nicht, dass sie den Wunsch danach verspürte. Wie alle Sklaven auf D'Aryun  fühlte sie sich innerhalb der dicken Mauern sicher. Draußen, da lagen die Berge mit ihren Gefahren. Es gab Lawinen, Steinschläge, Räuber, Bären, Wölfe. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Ihre Eltern waren den Wajaren zum Opfer gefallen. Sie hatte nur vage Erinnerungen an sie, meinte, sich langer Wanderungen durch Wälder zu entsinnen. Eines Ausblicks von einer felsigen Höhe über grenzenlose Ebenen, auf denen hohe grün und blau schimmernde Gräser im Wind tanzten. Und einer Nacht, in der der Regen herunterprasselte und die von Todesschreien erfüllt war.

Foto: Privat.

Aus "Dämonenstern"

Lissa betrachtete still das Meer und die steilen Wände der Klippen, die sich in einem sanften Bogen um die weite Bucht zogen und in der Ferne in tief hängenden Wolken verschwanden. Er versuchte, all dies, das er so gut kannte, mit ihren Augen zu sehen. Wind und Wetter, Wasserfälle und Regenstürme hatten scharfe Grade, Nadeln und Zinnen aus der Steilküste gefräst. In den zahlreichen Klüften, Spalten und Rissen wuchsen Gräser und vom Wind zerzauste Büsche, grüne Farbtupfer auf dem schwarzen Gestein. Die Halbovale der Aussichtswaben, mühsam von seinen Vorfahren in den Fels geschlagen, waren in den Felsmassen kaum auszumachen. Hier draußen, außerhalb der unterirdischen Stadt, regierte die Natur in all ihrer Wildheit.

"Wunderschön", murmelte sie und drückte seine Hand.

Foto: Monkeybusiness LLC (depositphotos.com).